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Darmspiegelung ab 50 Jahre

Baden-Württemberg übernimmt Vorreiterrolle

08.10.2014 -

Mit der Aktion „Darm-Check 2014“ ermöglichen die AOK Baden-Württemberg, die Bosch BKK und MEDI Baden-Württemberg seit April die kostenfreie Früherkennung schon für Versicherte ab 50 Jahren. Voraussetzung ist die Einschreibung ins FacharztProgramm. Die Krankenkassen folgen damit den Empfehlungen der niedergelassenen Gastroenterologen und haben eine Vorreiterrolle im Kampf gegen den Darmkrebs übernommen.


Prof. Dr. Leopold Ludwig, der Regionalbeauftragte des Berufsverbandes der niedergelassenen Gastroenterologen (bng) in Baden-Württemberg hofft, dass diese Aktion ein Echo über die Grenzen Baden-Württembergs hinaus finden wird und Signalwirkung entfaltet. Denn das Darmkrebsrisiko steigt insbesondere bei Männern bereits ab dem 50. Geburtstag deutlich an. "Darmkrebs wächst sehr langsam und bleibt deshalb oft über Jahre unbemerkt", erklärt Prof. Ludwig. "Wenn Beschwerden auftreten, ist die Krankheit meist schon fortgeschritten."

Bereits im März dieses Jahres hatte die Kassenärztliche Bundesvereinigung darauf hingewiesen, dass nach Daten der laufenden Auswertung des Darmkrebs-Früherkennungsprogramms Männer ein erhöhtes Darmkrebsrisiko aufweisen und auch früher erkranken als Frauen. Die Vertretung der deutschen Kassenärzteschaft setzt sich auf dieser Basis dafür ein, dass die Altersgrenze für Männer bei der Früherkennung von Darmkrebs generell herabgesetzt wird.

Im Rahmen der Regelversorgung der gesetzlichen Krankenkassen gibt es für Menschen ab 50 Jahren bereits heute die Möglichkeit, neben Beratungsgesprächen mit dem Arzt einen Papierstreifentest durchzuführen. "Es ist aber unbestritten", so Prof. Ludwig, "dass die Darmspiegelung die effektivste Methode zur Vorbeugung gegen Darmkrebs ist. Wir begrüßen daher ausdrücklich, dass die AOK Baden-Württemberg und die Bosch BKK das Einladungsverfahren zum Darmkrebs-Screening nicht nur bereits umgesetzt sondern auch auf die Gruppe ihrer Über-50-Jährigen Versicherten übertragen hat."

Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg und Dr. Gertrud Prinzing, Vorständin der Bosch BKK betonen: „Um die Versorgung für unsere Versicherten noch weiter zu verbessern, haben wir das Alter für eine Darmspiegelung deshalb auf 50 Jahre herabgesetzt.“

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