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Rückgang der Darmkrebs-Behandlungen

Bestätigung für den Erfolg des Vorsorge-Scrennings

25.07.2013 -

Die Barmer Ersatzkasse dokumentiert in ihrem aktuellen Krankenhausreport einen Rückgang der stationären Behandlungen bei Kolorektalen Karzinome von 21 Prozent in den letzten acht Jahren. „Dies ist vermutlich ein Ergebnis eines Vorsorgeprogrammes, um das uns andere beneiden“, erklärt Prof. Dr. Leopold Ludwig vom Berufsverband der niedergelassenen Gastroenterologen (bng).


Die Zahlen könnten in eindrucksvoller Weise die bislang angestellten Berechnungen zur Effektivität der Darmkrebsvorsorge in Deutschland betätigen. Eine Analyse von Prof. Dr. Hermann Brenner vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg kam 2010 zu dem Ergebnis, dass durch das Darmkrebs-Screening bislang etwa 100.000 Fälle von Darmkrebs durch Früherkennung und endoskopische Abtragung der Krebs-Vorstufen verhindert worden sind.

„Solche Daten basieren auf Berechnungen und müssen in langfristig angelegten epidemiologischen Untersuchungen bestätigt werden“, erläutert der bng-Sprecher aus der Region Baden-Württemberg. Die aktuell präsentierten Ergebnisse stammen gewissermaßen aus dem ‚laufenden Geschäft’ und liefern unter anderem eine unmittelbare Interpretationsmöglichkeit zur Wirkung der seit 2002 gesetzlich eingeführten Vorsorgekoloskopie auf die Morbidität des Kolonkarzinoms.

„Das größte Problem der Früherkennungs-Koloskopie ist nach wie vor die optimierbare Teilnahme der Anspruchsberechtigten, die gegenwärtig nur bei etwa zwei Prozent jährlich liegt“, so Prof. Ludwig. Verbessert werden kann die Akzeptanz nach Einschätzung des bng in erster Linie durch gezielte Einladungsverfahren, wie es das im April dieses Jahres in Kraft getretene Krebsfrüherkennungs- und registergesetz (KFRG) vorsieht.

„Dies sollte jetzt die letzten Zweifler animieren den Inhalt zur strukturierten Einladung unmittelbar umzusetzen und nicht langwierige Evaluationsverfahren in Gang zu setzen. Wir erwarten, dass unsere gegenwärtigen Bemühungen um zumindest landesweite Einladungsprogramme in Baden Württemberg und Bayern sowie einzelner Krankenkassen in anderen Ländern durch die aktuell präsentierten Zahlen neuen Schwung bekommen“ betont der bng-Sprecher aus Baden-Württemberg.

Die Darmkrebsvorsorge verhindert viel Leid. Sie führt aber auch, wie jetzt gezeigt, zu einer deutlichen Reduktion operativer Eingriffe und stationärer Behandlungen und schont damit die knappen Ressourcen unseres Gesundheitssystems.

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