Gallen(gang)steine
Gallensteine sind verbreitet. Jenseits der 40 steigt die Wahrschein- lichkeit mit zunehmendem Alter, dass aus der Galle Steine kristal- lisieren. Gut Dreiviertel der Betroffenen bemerken davon nichts, sie benötigen auch keine Behandlung. Ein Gallensteinleiden kündigt sich durch heftige, krampfartige Schmerzen im Oberbauch an. Gallen- koliken entstehen, wenn Steine den Abfluss der Galle behindern. Fieber und Schüttelfrost weisen auf eine begleitende Entzündung der Gallenwege hin.
Krankheitsbild und Behandlung
Schmerzattacken im Oberbauch sind in jedem Fall ein Grund, den Arzt aufzusuchen. Der Gastroenterologe kann aus der Beschreibung der Beschwerden, dem Abfragen von Risiken und der körperlichen Unter- suchung schnell zu einer vorläufigen Einschätzung des Problems kommen. Neben der Blutuntersuchung liefert vor allem eine Ultraschall-Untersuchung in der Regel ein eindeutiges Ergebnis.
Wenn die Gallensteine im abführenden Gallengang liegen, kann für die Diagnose eine endoskopische Gallengangdarstellung (ERCP) erforder- lich sein. Dabei wird ein Endoskop über den Mund durch Speiseröhre und Magen bis zu dem Darmabschnitt vorgeschoben, an dem der Gallengang in den Dünndarm mündet. Mit Hilfe eines Kontrastmittels werden die Gallen- gänge auf einem Röntgenmonitor sichtbar. Kleinere Steine können während dieser Untersuchung gleich mit endoskopi- schen Instrumenten entfernt werden.
Eine Gallenkolik wird zunächst mit Schmerzmitteln und krampflösenden Mitteln behandelt, eine Entzündung der Gallenwege mit Antibiotika. Die eigentliche Therapie besteht in der Entfernung der Gallensteine. Liegen diese in der Gallenblase, dann wird in der Regel die Gallenblase mit den Steinen laparoskopisch entfernt, also mit einem minimal-invasiven Ver- fahren über einen kleinen Schnitt in der Bauchdecke.





